Die Lage für die Berner Fahrenden spitzt sich zu

Freitag, 7. September 2018

Die Siedlung Bern-Buech stösst an ihre Grenzen. Sie Stadt hofft auf Unterstützung – vergeblich.

Nach dem Protest der Fahrenden auf der Berner Allmend sprach der Grosse Rat Geld für drei zusätzliche Standplätze. Das war 2016. Passiert ist seither wenig: Die drei Projekte in den Gemeinden Muri, Erlach und Herzogenbuchsee werden nicht vor 2020 realisiert sein. Und mit Blick auf die Opposition ist sogar dieser Zeitrahmen unrealistisch. Für die Stadt Bern akzentuieren sich damit die Probleme. Der Platz in Buech platzt aus allen Nähten. Junge Familien wollen bleiben, finden aber keine Nische. Franziska Teuscher (GB), die zuständige Gemeinderätin, ist sich des Problems bewusst. Allerdings appelliert sie an die Solidarität der umliegenden Gemeinden. Die Stadt habe schon viel für die Fahrenden getan. Die Pioniersiedlung Buech, die vor 20 Jahren gegründet wurde, sei «schweizweit wohl die allerbeste», sagt Fino Winter, Präsident der Schweizer Sinti. Winter analysiert die Lage der Fahrenden durchaus differenziert. Die jungen Berner Jenischen und Sinti versuchten, Tradition und Wandel unter einen Hut zu bringen. Die Zahl der jungen Sozialhilfebezüger sei aberzu hoch. Weitgehend überwunden sind laut Winter die Probleme mit der Einhaltung der Schulpflicht. Es gebe in Buech kein schulpflichtiges Kind mehr, das der Schule konsequent fernbleibe. Aus Sicht der Stadt Bern ist dieses Thema jedoch weiterhin «eine Herausforderung».

Carlo Senn und Marc Lettau in "Der Bund"

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