«… führte ein dirnenhaftes Leben»

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Sonntag, 17. Dezember 2017

Im «Jahrbuch 2017 der Historischen Gesellschaft Graubünden» wird unter anderem das «Sippenarchiv» der Klinik Waldhaus in Chur thematisiert.

«Psychiatrische Diagnose: Stark debile, infantile, haltlose, triebhafte und verstimmbare Psychopathin; ausgesprochene Rechenschwäche; stammt aus unerfreulichen Vagantenverhältnissen, war früher sexuell ausgesprochen treibhaft [sic!], führte zeitweise ein dirnenhaftes Leben; hat sich aber in den letzten Monaten ordentlich geführt.» Ein Gutachten wie dieses ist im «Sippenarchiv» der Psychiatrischen Klinik Waldhaus in Chur typisch für jenische Frauen, berichtet die «Südostschweiz».

Das zwischen den Fünfziger- und Siebzigerjahren des 20. Jahrhunderts angelegte «Sippenarchiv» steht im Zentrum einer Bachelorarbeit der Historikerin Carmen Aliesch. Ihre Forschungsergebnisse fanden nun auch Eingang ins neue «Jahrbuch der Historischen Gesellschaft Graubünden». Aliesch untersuchte, inwiefern Bündner Jenische aus erbbiologischen Erwägungen von Massnahmen wie Eheverboten, Sterilisationen oder Anstaltseinweisungen betroffen waren.

Aliesch, Carmen: Das Waldhaus, die Eugenik und die Jenischen im 20. Jahrhundert. Eine Untersuchung des sogenannten «Sippenarchivs» der Psychiatrischen Klinik Waldhaus, in: Jahrbuch der Historischen Gesellschaft Graubünden 147 (2017), S. 101–144.

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