Jenische fürchten den «Dammbruch»

Donnerstag, 16. November 2017

Beunruhigt über die Eskalation im Laufe der Wileroltiger Debatte, ruft die Radgenossenschaft den Gesamtbundesrat an und bittet um Hilfe. Die Replik darauf kommt von Bundesrat Alain Berset.

Die Radgenossenschaft der Landstrasse hat sich im Sommer im Zuge der erhitzten Wileroltiger Debatte direkt an Bundesrat Alain Berset (SP) und an den Gesamtbundesrat gewandt, berichtet Marc Lettau im «Bund». Im ausführlichen Schreiben, das dem «Bund» vorliegt, brachte die Radgenossenschaft zum Ausdruck, die Jenischen der Schweiz fühlten sich «in ihrer Existenz bedroht».

Inzwischen hat Berset Stellung bezogen. In seiner dem «Bund» ebenfalls vorliegenden Antwort betont er, die Bereitschaft des Bundes bei der Lösungssuche sei sehr wohl sehr gross. Das zeige sich gerade auch bei der Suche nach einem Transitplatz im Kanton Bern: «Für alle projektierten Standorte – Pieterlen, Meinisberg, Wileroltigen – ist der Bund bereit, die notwendigen Parzellen zur Verfügung zu stellen.»

Der Kanton Bern steht vor dem grossen Kräftemessen über Plätze für Roma, Jenische und Sinti. BDP und SVP möchten die Suche nach Lebensraum für Fahrende faktisch einstellen und erst einmal «die Bundesebene in die Pflicht nehmen». Fänden die umstrittenen Vorstösse im Grossen Rat eine Mehrheit, komme dies für Daniel Huber von der Radgenossenschaft «einem Dammbruch» gleich.

Der Brief der Radgenossenschaft vom 16.8.2017 und die Antwort von Bundesrat Berset vom 24.10.2017 sind auf der Website der Radgenossenschaft aufgeschaltet.

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