Kantone wollen Platz für Fahrende an der Autobahn

Freitag, 4. Mai 2018

Der Kanton Glarus plant entlang der A 3 einen Durchgangsplatz für Fahrende. Dieser soll gemeinsam mit den benachbarten Gemeinden und Kantonen erstellt werden.

Sie ist eine der Hauptrouten der Schweizer Fahrenden: Die Autobahn A 3, die von Basel Richtung Bündnerland führt. Entlang dieser Hauptverkehrsader will der Kanton Glarus gemeinsam mit den Nachbarkantonen St. Gallen und Schwyz sowie den betreffenden Gemeinden einen interkantonalen Durchgangsplatz erstellen. Dies ist dem Entwurf des Richtplans 2018 zu entnehmen. Dort heisst es: «Für die Schweizer Fahrenden steht entlang der Hauptroute A 3 ein Durchgangsplatz mit angemessener Infrastruktur zur Verfügung.»

St. Gallen begrüsst die Idee

Ueli Strauss, Leiter des Amtes für Geoinformation und Raumentwicklung (Areg), begrüsst den Vorstoss des Nachbarkantons. «Ein Durchgangsplatz entlang der A 3 wäre ideal.» Es brauche in der Linthebene unbedingt einen Durchgangsplatz für Fahrende. «Wir drei Kantonsplaner stehen hinter dem Projekt», resümiert Strauss.

Der Kanton Glarus unterstütze die Standortgemeinde bei der Errichtung und dem Betrieb des Durchgangsplatzes. In Zusammenarbeit mit der Standortgemeinde sowie den benachbarten Gemeinden und Kantonen sollen bis 2020 mögliche Standorte für Durchgangsplätze im Einzugsgebiet der A 3 evaluiert werden.

Hintergrund des geplanten interkantonalen Durchgangsplatzes ist ein Bericht des Bun-desrats aus dem Jahr 2006. In diesem ersucht die Landesregierung die Kantone, bei der Genehmigung ihrer Richtpläne die Raumbedürfnisse der Fahrenden zu berücksichtigen. In den Kantonen Glarus und St. Gallen sind heute keine Durchgangsplätze vorhanden. Gemäss einem 2015 aktualisierten Bericht des Bundes braucht es ausdrücklich im Umkreis der Hauptroute der Fahrenden einen Durchgangsplatz.
Nächste Schritte im Sommer

Im Kanton Glarus treffen derzeit die Antworten aus der Vernehm-lassung ein, wie Peter Stocker, Leiter Raumentwicklung und Geoinformation des Kantons Glarus, auf Anfrage sagt. Die Glarner Regierung werde im Sommer über diese informieren.

Der Kanton St. Gallen bemüht sich derweil auch an anderen Fronten um die Erstellung von Durchgangsplätzen. Während 2019 im Sarganserland, im Rheintal und im Fürstenland Plätze entstehen könnten, hat der Versuch, unbenutzte Militärareale als Durchgangsplätze zu nutzen, vorerst Schiffbruch erlitten. Zürichsee-Zeitung, Eva Pfirter

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