Verdingkinder: Suche nach isolierten Opfern

Samstag, 25. November 2017

Ein Jahr nach dem Ja des Parlaments für die finanzielle Entschädigung von ehemaligen Verdingkindern sind erst wenige Gesuche eingegangen. Eine Informationsoffensive soll dies nun ändern.

Gestern, an einer Informationsveranstaltung im Betagtenzentrum Eichhof in Luzern, wurde offensichtlich, wie schwer die Suche nach den leidgeprüften Menschen ist, berichtet die «Luzerner Zeitung». Zwei, drei Dutzend Gäste fanden sich im Vortragssaal ein, vor allem Mitglieder von Pflegeheimen und sozialen Behörden, hingegen kaum Direkt­betroffene. «Ehemalige Verdingkinder meiden Anlässe mit vielen Leuten, die machen ihnen Angst», sagt Theo Halter, Projektleiter der Guido-Fluri-Stiftung, die 2014 die Wiedergutmachungs-Initiative lanciert hatte. «Viele schämen sich, fühlen sich gar schuldig für das, was ihnen angetan worden ist. Dabei liegt die Schande nur bei den damaligen Behörden und ­Tätern.»

Der Anlass in Luzern ist nach Bern der zweite dieser Art, weitere sollen folgen – im Aargau, in Zürich, Basel, der Westschweiz und im Tessin. 40 000 Flyer wurden gedruckt, um Angehörige von Betroffenen, Altersheime, Spitex, Ärzte sowie die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde für die Thematik zu sensibilisieren.

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