Weiterziehen um jeden Preis

Dienstag, 22. August 2017

Im Albisgüetli in Zürich haben sich Fahrende niedergelassen. Die Jenische Maria Mehr sucht seit Jahren Plätze für die Wohnwagen.

Die 74-Jährige ist Präsidentin des Zigeunerkulturzentrums und somit so etwas wie die Chefin der Fahrenden. Seit Jahren sucht sie immer wieder einen Platz, wo sie sich niederlassen können. «Es ist nicht einfach; manchmal geht es lange, bis wir Bescheid bekommen. Ich muss aber dafür sorgen, dass wir jeden Monat nahtlos weiterziehen können.» Die Gemeinschaft – meistens Familien mit drei, vier Kindern – ist nicht fest. Die Leute kommen und gehen, schliessen sich dieser oder einer anderen Gruppe an, je nachdem, wo sie gerade Arbeit finden.

An diesem grauen Morgen sind die meisten am Geldverdienen. Sie räumen und reinigen Wohnungen oder verkaufen Alteisen und Textilien. «Wir müssen selbstständig erwerbend sein, damit wir jederzeit losfahren können», sagt Mehr, die selber 50 Jahre lang Messer geschliffen hat.

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