Ein Zigeuner-Kultur-Zentrum, zwei Jubiläen

03. Juli 2015

Seit 30 Jahren gibt es die Genossenschaft fahrendes Zigeuner-Kultur-Zentrum, seit 20 Jahren die Zigeuner-Kulturtage in Zürich.Was die Fahrenden damit bezwecken, erklärt Genossenschaftspräsidentin Maria Mehr im Gespräch mit Nicole Soland von der «P.S.». Über die Entstehung der Zigeuner-Kulturtage berichtet Maria Mehr: «Nachdem die Kulturtage im klei ...

Seit 30 Jahren gibt es die Genossenschaft fahrendes Zigeuner-Kultur-Zentrum, seit 20 Jahren die Zigeuner-Kulturtage in Zürich.Was die Fahrenden damit bezwecken, erklärt Genossenschaftspräsidentin Maria Mehr im Gespräch mit Nicole Soland von der «P.S.». Über die Entstehung der Zigeuner-Kulturtage berichtet Maria Mehr: «Nachdem die Kulturtage im kleinen Kreis ein paarmal stattgefunden hatten, lernte ich Katharina Prelicz-Huber kennen, die heute für die Grünen im Zürcher Gemeinderat ist. Ich erzählte ihr und dem freien Journalisten Willi Wottreng, der damals auch dabei war, von unserem fahrenden Kultur-Zentrum und von den Kulturtagen. Sie waren begeistert, und Katharina fand, diese Kulturtage sollte man in Zürich doch etwas grösser aufziehen und einem breiteren Publikum zugänglich machen. So entstanden die Zigeuner-Kulturtage in der heutigen Form, wie sie dieses Jahr zum 20. Mal stattfinden; organisiert werden sie vom eigens gegründeten Verein Zigeunerkulturwoche Zürich, dessen Präsidentin ich bin.»Zur Frage nach den Zielen der 1985 gegründeten Genossenschaft fahrendes Zigeuner-Kultur-Zentrum sagt Maria Mehr: «In den 1980-ern begegnete man uns Jenischen, aber auch den Sinti und den wenigen Roma, die damals schon hierzulande reisten, mit vielen Vorurteilen. Dagegen wollten wir etwas unternehmen. Wir hatten zudem kaum Plätze zur Verfügung, weder Durchgangsplätze noch Standplätze für den Winter. Unser Leben fühlte sich an wie ein ständiges Versteckspiel; aufgrund der vielen Vorurteile wollten wir nicht an die grosse Glocke hängen, wer wir sind und wie wir leben, aber dadurch lernten uns die Sesshaften natürlich weder besser kennen, noch konnten sie ihre Vorurteile abbauen. Dagegen wollte ich etwas unternehmen, und so entstand die Genossenschaft.»

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